Ziemlich genau ein halbes Jahr nach Einführung der 4000er Reihe bringt Nvidia mit der RTX4070 eine neue Variante auf den Markt. Wie schon die bisherigen XX70er-Modelle bietet die neue Karte für vermutlich das beste Preis-Leistungsverhältnis ihrer Kartengeneration. Der Preis von 659 Euro für die Founders Edition dürfte schon bald von Board-Partnern unterboten werden und wahrscheinlich sogar schon bald die 600-Euro-Marke unterbieten.
Mit Ausnahme der 90er-Karten, die mit der RTX3090 und RTX3090TI zum ersten Mal vorgestellt wurden, folgt Nvidia bereits seit Jahren dem gleichen Namens- und Realease-schema. Den Anfang einer neuen Grafikkartengeneration macht für gewöhnlich ein Spitzenmodell um der Presse, den potenziellen Käufern und nicht zuletzt der Konkurrenz zu zeigen, auf welcher Höhe fortan die Latte liegt. Danach folgen die 80er-Karten, die immer noch einen deutlichen Leistungszuwachs bieten und entsprechend teuer sind, aber nicht nur absolute Enthusiasten mit dicken Geldbeuteln ansprechen. Als nächstes kommen diverse TI-Versionen auf den Markt, die preis- und leistungsmäßig zwischen der Karte mit der gleichen Nummer und der nächsthöheren liegen.
Die 70er-Karten ohne TI, wie die kommende RTX4070 liegen leistungsmäßig dann meist auf dem Niveau der Spitzenkarten der Vorgängergeneration, sind aber etwas preiswerter und bieten oft zusätzliche Verbesserungen, die sich weniger in den Standardtest wie 3DMark widerspiegeln, sondern zum Beispiel in Raytracing-Benchmarks.
Nach unten wird das Portfolio dann noch durch 60er- und 50er-Karten abgerundet. Vor der folgenden Kartengeneration kommt mit einer aufgebohrten TI-Version schließlich noch ein Performance-Monster. Die 4090TI etwa, wird noch dieses Jahr erscheinen und soll angeblich nicht nur drei, sondern sogar vier Slots belegen. Da sich die Chiparchitektur nicht ändert, fordert die zusätzliche Leistung ihren Tribut in Form zusätzlicher Speicherchips und vor allem einer höheren Leistungsaufnahme.
Die RTX4070 liegt also leistungsmäßig wie ihr Vorgängermodell RTX3070 im Mittelfeld und dürfte, wie auch die Vorgänger – das vermutlich beste Preis-Leistungsverhältnis aufweisen. Ob sich das auch bei der 4000er-Reihe fortsetzt, werden Benchmarks zeigen, die pünktlich zur Markteinführung und den damit auslaufenden Non-Disclosure-Agreements veröffentlicht werden.
Wir haben keine Karte, die wir testen können, weshalb wir uns an dieser Stelle als Propheten versuchen. Vermutlich wird die RTX4070 eine Leistung aufweisen, die zwischen der 3070 und 3070TI liegt – mit leichter Tendenz zur stärkeren TI-Version. Ob wir richtig liegen, können Sie morgen bei allen großen IT-Seiten lesen, aber wir sind ziemlich sicher. Und damit noch ein Tipp, wie auch Sie die Leistung von Nvidia-Karten ohne Benchmarks zu haben recht gut einschätzen können: mit jeder neuen Kartengeneration steigt die Leistung um etwa eine 10er-Version. Das bedeutet im Umkehrschluss: Die 4070 ist in etwa so schnell wie eine 3080 oder eine Titan RTX, die man durchaus als anders benannte 2090 sehen kann.
Für die Karten darunter gilt die gleiche Faustregel: Pro Kartengeneration höher eine Zehnerstelle abziehen (z.B. 3060 entspricht in etwa einer 2070 oder 1080) oder umgekehrt und man hat eine ungefähre Vorstellung davon, ob eine neuere Karte den Kauf wirklich wert ist. Ausnahmen bestätigen wie immer die Regel: Auch wenn eine 1080 in etwa einer 2070 entspricht, gilt das, wie schon geschrieben, nur für langjährige Standardbenchmarks und Spiele, die von diesen Repräsentiert werden. Geht es um neue Features, wie dem Hardware-Raytracing, das mit der 2000er-Reihe eingeführt wurde (und das durch eine Umbenennung von GTX zu RTX
verdeutlicht wurde), kann die ältere Spitzenkarte selbst den Low-End-Karten nicht das Wasser reichen. Aber dieser Revolution folgte Evolution und so passt die Faustregel zumindest für die Karten der 2000er- bis zur aktuellen 4000er-Reihe ganz gut.
