Um Cryptominer davon abzuhalten, den Markt für Gaming-Grafikkarten leer zu kaufen, hat Nvidia seinen leistungsfähigen RTX-Grafikkarten eine Bremse verpasst. Ein jetzt veröffentlichter Hack, der diese Beschränkung aufheben soll, enthält Malware.
Grafikkarten eignen sich aufgrund ihrer Architektur hervorragend zum Schürfen von Cryptowährungen, sofern sie nicht künstlich gebremst werden. Nvidia hat aber genau das getan, damit die Karten ihrer eigentlichen Bestimmung gemäß eingesetzt werden. Rechenoperationen, die beim Mining, aber nicht oder kaum bei Spielen anfallen, werden erkannt und künstlich ausgebremst, um die Karten für diesen Anwendungsfall unattraktiv zu machen. Eine auf Github veröffentlichte Software mit der Bezeichnung „Nvidia RTX LHR v2 Unlocker“ versprach kürzlich, diese Bremse zu umgehen.
Einige Webseiten haben sich das Tool jetzt genauer angesehen. Mitglieder der Mining-Community ChumpchangeXD und Y3TI fanden heraus, dass das Tool gleich mehrere Viren enthält und unter anderem die Datei Powershell.exe verändert. Auf ein System aufgespielt, stellten die Tester fest, dass die Software eine ungewöhnlich hohe Prozessorlast erzeugte und das Systemlaufwerk scannte. Zeichen, die bei jedem die Alarmglocken schrillen lassen sollten.
Ein Video von Joe’s Sandbox Cloud zeigt, wie sich die Malware im System ausbreitet:
Schon alleine weil das Tool den eigentlichen Zweck gar nicht erfüllt, sollten Möchtegern-Cryptominer also nicht versuchen, ihre Karten damit freizuschalten.
