Seit die EU versucht, Chip-Hersteller in die Union zu locken, um die Versorgung mit Prozessoren auch in Krisenzeiten zu sichern und die eigene Bedeutung zu steigern, wurde mit Spannung erwartet, welches Unternehmen anbeißt und vor allem wo.
Trotz mahnender Worte aus der Industrie, wonach die hiesigen kommerziellen Abnehmer kaum auf Prozessoren der neuesten Fertigungstechnologie angewiesen sind, sondern eher robuste, wenig spektakuläre Chips nachfragen, setzt Brüssel auf Spitzentechnologie. Nachdem auch der größte Chipfertiger TSMC aus ähnlichen Gründen abgewunken hat, umgarnten die Kommission und zahlreiche weitere Politiker Intel als einen der drei größten Hersteller.
Im vergangenen April besuchte Intel-CEO Pat Gelsinger Europa, um Standorte für eine neue Mega-Fabrik zu erkunden. Die Expansionspläne für die europäische Chipfertigung sind ein wesentlicher Bestandteil von Intels IDM-2.0-Strategie. Gelsinger machte aber schon frühzeitig klar, dass eine größere Investition der Amerikaner nur mit einer ebenfalls großzügigen Förderung stattfinden würde. Das Geld scheint da zu sein und jetzt berichtet auch der MDR Sachsen-Anhalt, dass Intel Magdeburg als Standort für eine Megafabrik ausgewählt hat.
Sollte die Meldung stimmen – Experten gehen davon aus, dass Intel eventuell am 4. März offiziell bekannt gibt, wo es die neue Fabrik plant – hätte sich die Stadt innerhalb Deutschlands gegen Dresden und das bei München gelegene Penzing durchgesetzt. Deutschland wiederum hätte gegenüber Mitbewerbern wie Italien, Frankreich und den Niederlanden (immerhin Heimat von ASML, dem weltweit größten Anbieter von Lithographiesystemen für die Halbleiterindustrie) durchgesetzt.
Unbestätigten Berichten zufolge könnte Intel inklusive Förderungen in den kommenden Jahren über 80 Milliarden Euro in die Fabrik investieren. In Prozessorgehäuse verpackt werden sollen die Chips, ebenfalls nach unbestätigten Meldungen, in einer zweiten Fabrik in Italien.
