Wie die Nachrichtenagentur Reuters berichtet, hat die amerikanische Regierung vor einem Versorgungsengpass von wichtigen Rohstoffen für die IT-Industrie, insbesondere die Chiphersteller gewarnt. Schon im Zuge der Krim-Invasion ware die Preise für bestimmte Rohstoffe zwischenzeitlich um das sechsfache gestiegen.
Die aktuelle Warnung der Regierung erfolgte unmittelbar nach verschiedenen Berichten, wonach die USA einen Einmarsch der russischen Streitkräfte schon kommenden Mittwoch befürchten.
Obwohl die USA selbst ein rohstoffreiches Land sind, bezieht die dortige Chipindustrie viele Vorprodukte aus anderen Ländern. Neben Seltenen Erden aus China gehören dazu auch Rohstoffe, die bislang aus Russland oder der Ukraine bezogen werden, allen voran Neon, Palladium und Scandium. Nicht nur eine generell schlechtere Versorgung aus Kriegsregionen ist der Grund für die befürchtete Knappheit – auch die angekündigten Sanktionen im Fall einer Invasion werden erheblich dazu beitragen und die aktuelle Lage weiter verschlimmern.
Inwieweit auch die Verbraucher hierzulande weitere Lieferengpässe zu spüren bekommen, hängt davon ab, welche Rohstoffe betroffen sind (so wird beispielsweise Neon nicht für die Chips selbst, sondern für Laser in den Fabriken benötigt) und wie schnell die USA andere Lieferanten finden.
Schon allein, dass sich die amerikanische Industrie nach Alternativen umsieht, sollte russischen Politikern zu denken geben. Haben sich diese erst einmal etabliert, dürfte es schwierig werden, die verlorenen Kunden zurückzugewinnen. Ein Risiko, das ein Land, dessen Wirtschaft zu einem guten Teil vom Rohstoffexport getrieben wird, vielleicht besser nicht eingehen sollte.
