Schon seit geraumer Zeit sind Grafikkarten entweder gar nicht oder nur gegen absurd hohe Preise zu haben. Selbst auf dem Gebrauchtkartenmarkt gehen manche Exemplare mit einigen Jahren auf dem Buckel fast zum damaligen Ladenpreis weg. Nvidia will mit einer abgespeckten RTX 3050 aushelfen.
Die normale RTX 3050 gibt es schon länger und kostet zurzeit laut Preisvergleichsplattformen 399 Euro aufwärts. Eigentlich ist das angesichts der Leistungsfähigkeit schon saftig. Kommt es nicht auf Raytracing an, wo die RTX-Karten dank eingebauter Hardware-Engine einen deutlichen Vorsprung errechnen können, kann die RTX 3050 nämlich in den einschlägigen 3D-Tests nicht eimal mit der GTX 1080 aus der Vorvorgängergeneration mithalten. Im 3DMark Time Spy liegt die 1080 mit durchschnittlichen 7500 Punkten bei vergleichbarer übriger Hardware etwa 1000 Punkte vor der 3050, im Fire Strike sind es 20000 gegenüber 14000 zu Gunsten der älteren Karte, die damals – das muss natürlich erwähnt werden – das Spitzenmodell darstellte.
Um es noch einmal deutlich zu machen: Bei Raytracing sieht es anders aus. Hier hängt die 3050 die 1080 im Port Royal Test mit 3400 zu 1600 Punkten ab. In der Praxis nutzt das wenig, da es bislang nur wenige Spiele mit Raytracing gibt und auch dort Raytracing-Effekte eher am Rande eingesetzt werden. Raytracing ist also schön zu haben, aber (noch) nicht der entscheidende Faktor.
Für die abgespeckte 3050, die statt 8 nur 4 GByte VRAM mitbringen und deshalb günstiger zu produzieren sein soll, ist leistungsmäßig noch weniger zu erwarten. Hinzu kommt, unbestätigten Meldungen zufolge, dass auch die Zahl der CUDA-Kerne niedriger ausfällt als bei der Desktop-Version der 3050. Von 2304 statt 2560 Kernen ist die Rede. Auch das wird sich natürlich in geringerer Leistung niederschlagen.
Nvidia mag es mit der neuen 3050 gelingen, eine preisliche Lücke zu schließen, denn der soll, laut ebenfalls unbestätigten Gerüchten, bei rund 200 Euro liegen. Ob das Modell ein Erfolg wird, muss sich aber dennoch zeigen. Außer Anwendern, die unbedingt eine neue Karte brauchen, aber keine Mondpreise zahlen wollen und OEMs, die mit Komplettsystemen einen bestimmten Preispunkt treffen und irgendwie „Gaming“ in die Vermarktungsstrategie einbauen müssen, kann man die neue 3050 wohl kaum jemandem empfehlen.
