Auch wenn SSDs immer weiter aufholen: Noch ist die klassische Festplatte nicht tot und die Hersteller tun einiges, damit das auch so bleibt. Toshiba hat jetzt eine Roadmap vorgelegt, die Festplattenkapazitäten von 26 TByte in diesem, bis hin zu 40 TByte in vier Jahren ankündigt.
Wenn es darum geht, die Kapazität von Festplatten bei gleichen Außenmaßen zu erhöhen, stehen den Herstellern zwei Wege offen, die parallel beschritten werden.
Zum einen kann die Zahl der Platter (Magnetscheiben) erhöht werden. Derzeit bringen die Ingenieure bis zu 10 solcher Platten in einem normalen Gehäuse unter, in den nächsten Jahren soll bei Toshiba noch eine weitere hinzukommen. Dass überhaupt so viele der schnell rotierenden Scheiben möglich sind, ist der Befüllung mit Helium, statt normaler Luft zu verdanken. Das leichte Edelgas hat eine geringere Dichte als Luft, was zu weniger unerwünschten Verwirbelungen führt.
Die zweite Möglichkeit liegt darin, die Speicherdichte zu erhöhen. Eine der letzten Techniken, die rein magnetisch funktionierte, war das Perpendicular Recording, bei dem (grob vereinfacht) die einzelnen Magnete senkrecht angeordnet sind und damit bei gleicher magnetischer Kapazität weniger Fläche belegen. Eine weitere Verkleinerung ist möglich, allerdings stören dann rein magnetische Schreibvorgänge benachbarte Blöcke.
Toshiba setzt in den kommenden Jahren auf Mikrowellenunterstützte Aufzeichnung (MAMR), was für eine Kapazität von 30 bis 35 TByte ausreichen soll. Anschließend plant der japanische Hersteller auch hitzeunterstütze (HAMR) Aufzeichnungsverfahren zu verwenden um ab 2026 Festplatten mit mehr als 40 TByte anbieten zu können.

Der Wettlauf zwischen HDD und SSD bleibt also spannend. Auf lange Sicht geben wir SSDs allerdings die größeren Chancen. So hat Micron erst vor ein paar Tagen eine 30mm-SSD-Riegel vorgestellt, der es Dank 176 Lagen auf bis zu 2 TByte bringt. Rechnet man hoch, wie viele dieser Chips in ein 3,5-Zoll Festplattengehäuse passen, ist das Rennen schon jetzt fast gelaufen. Der große Vorteil ist der nach wie vor deutlich geringere Preis pro Terabyte, mit dem HDDs glänzen können. Wie lange der noch hält, ist fraglich, aber bis 2026 wird es wohl noch reichen, zumal Toshiba seine Modelle nicht für Heimanwender, sondern in erster Linie für den Einsatz in Rechenzentren konzipiert.
