Der amerikanische Halbleiter- und Speicherhersteller Micron hat seine neuesten SSDs mit NVMe-Protokoll vorgestellt. Die QLC-Speicher erreichen durch den Aufbau mit 176 Layern eine sehr hohe Speicherdichte. So ist selbst der nur 3 Zentimeter lange SSD-Riegel mit einer Kapazität von 2 Terabyte erhältlich.
QLC-Speicher können pro Zelle vier Bit speichern, was ein günstigeres Preis-Kapazitätsverhältnis ermöglicht als bei der Verwendung von Speicherzellen mit drei (TLC), zwei (MLC) oder gar nur einem Bit bzw. Layer. Nachteil der QLC Speicher ist eine geringere Belastbarkeit in Form von Schreibzyklen und eine niedrigere Geschwindigkeit. Für den Einsatz in normalen PCs ist beides aber zu verschmerzen, zumal sich die Hersteller einiges einfallen lassen, um diese Nachteile auszugleichen.
Um die Geschwindigkeit zu erhöhen, verwenden neuere SSDs einen Teil der Speicherzellen im SLC-Modus. Sie speichern also nur ein Bit pro Zelle, was deutlich schneller ist. Sobald die SSD eine Ruhepause hat, werden die so gespeicherten Daten im Hintergrund und für den Anwender unmerklich intern umkopiert und jeweils vier Bit pro Zelle genutzt. Der als SLC genutzte Speicherbereich wird anschließend erneut freigegeben.
Was die Haltbarkeit der Zellen angeht, kommt sogenanntes Wear Levelling (frei übersetzt etwa Verschleißausgleich) zum Einsatz. Dieses sorgt dafür, dass Schreibvorgänge auf möglichst viele Zellen verteilt werden, selbst, wenn immer die gleichen Daten verändert werden. Dazu wird der Inhalt von oft veränderten Daten auf andere, weniger oft beschriebene und damit belastete Zellen umkopiert.
Die Leistungsangaben der neuen SSDs lesen sich trotz QLC entsprechend gut. Für Modelle mit der kleinsten Speichergkapazität gibt Micron Schreib- und Leseraten von 1,8 bzw. 4,2 GByte pro Sekunde und 400.000 IOPs an, die Größten erreichen 4 bzw. 4,5 GByte/s sowie 700.000 Ein- und 650.000 Ausgabe-Operationen pro Sekunde.
Die Preise für die SSDs stehen noch nicht fest.
